Uhrenlexikon

24 Stunden Anzeige

Unter einer 24-Stunden Anzeige wird eine separate Anzeige der aktuellen Uhrzeit im 24-Stunden-Modus verstanden.

Anker

Ein Anker ist bei mechanischen Uhren ein vom Pendel oder der Unruh gesteuerter Schalthebel in Form eines Schiffsankers. Der Anker wird aus Messing oder Stahl gefertigt. Er besteht aus verschiedenen Komponenten, darunter Ankerkörper, -welle und –paletten, sowie Sicherungsstift. Seine Aufgabe besteht darin, die Kraft vom Räderwerk auf die Unruh zu übertragen, um deren Schwingungen aufrechtzuerhalten. Zum anderen verhindert er das ungebremste Ablaufen des aufgezogenen Räderwerks.

Ankerrad

Das Ankerrad bildet zusammen mit dem Anker die Hemmung. Es ist das letzte Rad im Räderwerk einer Uhr und dreht sich mit der höchsten Geschwindigkeit. Das Ankerrad ist von seinem Aussehen her eigentlich kein Zahnrad im herkömmlichen Sinne. Seine Zähne sind fast eckig gefräst. Man spricht auch von „Kolbenzahnhemmung“. Aber nur diese besondere Form der Zähne erlaubt eine Kraftübertragung auf den Anker.

Antimagnetische Uhren

Diese Bezeichnung wird für Uhren gebraucht, die aufgrund der heute gebräuchlichen Metall-Legierungen gegen den Einfluss von Magnetfeldern (z.B. von Elektrogeräten) weitgehend resistent sind.

Atomuhr

Bei der Atomuhr handelt es sich um einen Zeitmesser, dem die hochfrequente Schwingungsdauer bestimmter Atome zugrunde liegt (z.B. Caesium oder Rubidium). Diese werden dann durch ein elektromagnetisches Feld oder optisches Pumpen zu Schwingungen angeregt und synchronisieren so einen Quarzgenerator. Eine Atomuhr steht beispielsweise in der Physikalisch-Technischen-Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig.

Automatische Uhren

Automatik-Uhren zählen zu den mechanischen Armbanduhren. Diese ziehen sich durch die Armbewegung beim Tragen der Uhr selbsttätig auf, indem eine Schwungmasse in Rotation oder Pendelbewegungen versetzt wird. Eine Wechslervorrichtung sorgt dafür, dass sich das Aufzuggetriebe immer in gleicher Richtung dreht und die Zugfeder spannt. Eine Rutschkupplung (langsam nachgleitendes Federende) sorgt dafür, dass die Zugfeder nicht überspannt wird.

Batteriebetriebene Armbanduhren

Batteriebetriebene Armbanduhren gibt es seit 1959. Seit dieser Zeit hat die Miniaturisierung der Elektronik wesentliche Fortschritte gemacht und die wirtschaftliche Fertigung von vollelektronischen Uhren mit höchster Ganggenauigkeit ermöglicht. Prinzipiell wird in Zink-Quecksilber-Oxyd-Batterien und Zink-Silber-Batterien unterschieden. Der Unterschied liegt in den einzelnen Batterien bei den elektronischen Eigenschaften, die sehr stark variieren können. Es ist unbedingt darauf zu achten, dass in elektronischen Uhren ausschließlich Uhrenbatterien verwendet werden.

Binäre Uhr

Eine binäre Uhr stellt die aktuelle Zeit in binärer Form dar. Das bedeutet, dass jede Dezimalziffer der ausgegebenen Zeit einzeln in das Dualsystem angezeigt und umgerechnet wird. Die Anzeige wird mittels LED realisiert. Die binäre Uhr verfügt über 6 Spalten und diese bilden je im Doppel die Stunden, Minuten und Sekunden. Dabei zeigt die erste Spalte eines jeden Zweierblocks die Zehnerwerte an und die zweite Spalte die Einerwerte.

Bréquet-Spirale

Diese nach ihrem Erfinder, dem franko-schweizer Uhrmacher Abraham Louis Bréquet, benannte Unruh-Spirale verhindert ein einseitiges Ausschwingen der Spirale, was zu Ungenauigkeiten führen würde.

Carbon

Carbon ist ein kohlenstofffaserverstärkter Verbundstoff. Wie alle Faserverbundstoffe hat Carbon anisotrope (= richtungsabhängige) mechanische Eigenschaften. In Richtung des Faserverlaufs ist der Werkstoff sehr steif und fest, quer zum Faserverlauf sind die mechanischen Eigenschaften eher mäßig. Neben der Festigkeit sind weitere Vorteile von Carbon sein niedriges spezifisches Gewicht sowie die Eigenschaft, nicht leitend zu sein.

Chronograph / Chronoskop

Die Bezeichnung Chronograph leitet sich aus den griechischen Begriffen chronos für „Zeit“ und grapho für „ich schreibe“ ab und ist die Bezeichnung für eine Stoppuhr. Ein Chronograph verfügt über Stunden-, Minuten-, und Sekundenzeiger und bietet zusätzlich einen weiteren Mechanismus, der einen meist zentral angeordneten Chronographenzeiger durch manuelle Betätigung eines Drückers aktiviert, deaktiviert und wieder in Nullstellung bringt, ohne das eigentliche Uhrwerk zu beeinflussen. Mit diesem System lassen sich Zeitspannen von einer Minute bis zu 12 Stunden messen, je nach technischer Ausstattung.

Chronograph Rattrapante

Dank eines Schleppzeiger-Mechanismus lassen sich zwei oder mehr Vorgänge simultan stoppen, sofern sie gleichzeitig beginnen - Wettrennen beispielsweise. Zu diesem Zweck ist der Schlepp- oder Einholzeiger über ein komplexes Zusatz-Schaltwerk mit dem Chronographenzeiger gekoppelt. Über einen speziellen Drücker lässt sich der Schleppzeiger beliebig oft anhalten und (z.B. nach dem Ablesen einer Zwischenzeit) mit dem unterdessen weiterlaufenden Chronographenzeiger wieder synchronisieren.

Chronometer

Der Begriff Chronometer – Präzisionsuhr - ist geschützt und darf nur für Uhren verwendet werden, die eine amtliche Prüfung (siehe COSC) bestanden haben.

COSC

Contrôle Officiel Suisse des Chronomètres (Offizielle schweizerische Chronometer-Prüfstelle). Eidgenössische Behörde mit Hauptsitz in La Chaux-de-Fonds sowie Niederlassungen in Biel, Genf und Le Locle, die alle offiziellen Chronometerprüfungen durchführt und die entsprechenden Gangzeugnisse ausstellt.

Eco-Drive

Die von Citizen exklusiv entwickelte Antriebsinnovation durch Solar ist eine umweltfreundliche und langlebige Alternative zum Batteriebetrieb. Die Eco-Drive Technik vereint höchste Ansprüche an Ökonomie, Ökologie und Ästhetik. Empfindliche Fotozellen ermöglichen eine Umwandlung von Sonnen- oder Kunstlicht in elektrische Energie, welche schließlich für den Uhrenantrieb genutzt wird. Ein kleiner Lithium-Ionen-Akku speichert überschüssige Energie, sodass die Uhren auch dann noch funktionieren, wenn sie keine Solarenergie mehr empfangen (siehe Dunkelgangreserve). Lästige Batteriewechsel gehören mit der modernen Eco-Drive-Technologie zukünftig der Vergangenheit an, womit gleichzeitig die Dichtigkeit der Uhr gewährleistet bleibt.

Edelstahl

Edelstahl bezeichnet eine Legierung aus den Metallen Stahl, Nickel und Chrom unter Beifügung von Molybdän oder Wolfram. Edelstahl rostet nicht und ist zusätzlich noch extrem widerstandfähig und antimagnetisch.

Ewiger Kalender

Zu einem ewigen Kalender gehören folgende Anzeigen: Tag, Wochentag, Wochenzähler, Monat, Jahreszeit, Schaltjahresanzeige und Mondphase. Diese werden über Jahre hinweg präzise angezeigt, ungeachtet der geraden und ungeraden Monate oder der Schaltjahre. In der Regel ist es auf einer eigenen Platine montiert und zifferblattseitig auf einem normalen Uhrwerk befestigt. Die Informationen über die Monatsdauer liefert der Monatsnocken, der als eine Programmscheibe deren Rand unterschiedlich tiefe Ausfräsungen besitzt, verstanden werden kann.

Faltschließe

Es gibt unterschiedliche Ausführungen einer Faltschließe. So haben einige beispielsweise seitliche Drücker – andere können mit leichtem Druck voneinander getrennt werden. In beiden der genannten Fälle, bleiben die Armbandteile jedoch miteinander verbunden.

Federsteg

Der Federsteg ist ein dünner Stab zur Montage eines geschlossenen Armbandes zwischen den Bandanstößen. Die beiden zapfenförmigen Enden werden von einer zylindrischen Spiralfeder nach außen gedrückt. Zur Montage eines Armbands werden die Federstege durch die Schlaufen der beiden Teile geschoben. Anschließend werden die federnden Enden zwischen die sogenannten „Hörner“ geschoben, wo sie in den entsprechenden Bohrungen einrasten.

Feinregulierung

In mechanischen Werken kommt eine Vielzahl unterschiedlicher Konstruktionen zur Anwendung, darunter beispielsweise die exklusive Schwanenhals-Feinregulierung. Siehe Ganggenauigkeit.

Funkuhr

Funkuhren empfangen über einen Zeitzeichensender die exakte Zeit der Atomuhr. Eine Atomuhr steht beispielsweise in der Physikalisch-Technischen-Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig. Diese Atomuhr ist mit dem DCF77-Funkturm in Mainflingen bei Frankfurt verbunden, der die Funkuhren steuert. Der Funkturm in Mainflingen erreicht eine Uhr mit Funk-Technologie je nach Modell in einem Radius von bis zu 1.500 km. In Deutschland wird das Zeitsignal DCF77 auf der Frequenz 77,5 kHz ausgestrahlt. Die Funkuhr entschlüsselt das Signal und zeigt die exakte Ortszeit an. Bei einer Zeitumstellung stellt sich die Funkuhr automatisch um, sobald sich die Atomuhr umgestellt hat und das Signal über den Funkturm bei der Uhr ankommt. Auf Reisen können die meisten Funkuhren ganz einfach auf die entsprechenden Zeitzonen eingestellt werden. So zeigen sie in weiten Teilen Europas die funkgenaue Ortszeit an. Einige Modelle schaffen dies auch weltweit.

Ganggenauigkeit

Ganggenauigkeit beschreibt die Abweichung einer bestimmten Norm innerhalb eines festen Zeitraums. In der heutigen Zeit ist die Ganggenauigkeit von Uhren von enormer Bedeutung, damit die unterschiedlichsten technischen Prozesse synchron funktionieren. (Netzwerke, Datensicherung, Flugverkehr). Bei Quartzuhren kann von einer Ganggenauigkeit von +/- 30 Sekunden im Monat ausgegangen werden, weshalb diese regelmäßig synchronisiert werden sollten. Automatikuhren hingegen weisen eine Ganggenauigkeit von +/- 30 Sekunden am Tag auf. Die Atomuhr hat eine Ganggenauigkeit von etwa einer Sekunde Abweichung in 30 Millionen Jahren.

Gangreserve

Als Gangreserve bezeichnet man den Zeitraum, in dem eine Uhr läuft ohne aufgezogen werden zu müssen.

Gangreserveanzeige (Réserve de March)

Indikation der verbleibenden Gangreserve bei mechanischen Uhrwerken. Die Gangreserveanzeige beschreibt die verbleibende Zeit bis zum Stillstand einer mechanischen Uhr und gibt somit Auskunft darüber, wann eine Uhr erneut aufgezogen werden sollte.

Gebläute Schrauben und Zeiger

Im Stil langer handwerklicher Tradition blau angelassene Stahlteile. Das Bläuen erfordert viel Fingerspitzengefühl und Erfahrung. Es wird speziell bei Schrauben und Zeigern von Luxusuhren eingesetzt. Der Vorgang dient dem Oxydationsschutz und zusätzlich der Dekoration. Das zu bläuende Teil wird dabei auf ein spezielles Blech gegeben und solange erhitzt, bis es den gewünschten Farbton erreicht hat.

GMT

Die „Greenwich mean time“ bezeichnet die Welt- oder Universalzeit (UTC, Universal time coordinated) am Greenwicher Nullmeridian. Die mittlere Zeit von Greenwich gilt heute als Standard im Navigationswesen und internationalen Funkverkehr.

Gold

Gold ist ein weiches, dehnbares Edelmetall. Es gewährleistet einen angenehmen Tragekomfort auf der Haut. Außerdem kann es hochglanzpoliert werden und besitzt einen Oxydationsschutz.

Guillochieren

Maschinelles Gravieren feiner, teilweise kunstvoll verschlungener Muster im Uhrengehäuse oder Ziffernblatt.

Handaufzug

Der Handaufzug beschreibt die manuelle Form eine Uhr zum Laufen zu bringen. Dabei wird die Aufzugskrone von Hand gespannt und sorgt so für eine Gangreserve von unterschiedlicher Länge.

Hemmung

Die Hemmung besteht in einer modernen Uhr aus Anker und Ankerrad. Sie hat die Aufgabe, einerseits das Räderwerk abzubremsen, andererseits dessen Drehbewegung in eine Hin- und Herbewegung der Unruh umzuwandeln.

Incabloc

Die meistgebrauchte Stoßsicherung für Armbanduhren.

Jewels

Internationale Bezeichnung für die Steine, die im Uhrwerk verarbeitet worden sind.

Kaliber

Das Kaliber beschreibt Form und Größe eines Uhrwerks. Die Kalibernummer steht für den Werkstyp einer Uhr. ETA beispielsweise ist einer der größten Schweizer Anbieter mechanischer Werke. Anhand der Nummer kann ein Uhrenmacher im Bedarfsfall die passenden Ersatzteile für einen bestimmte Uhr bestimmen.

Keramik

Keramik bezeichnet eine Vielzahl anorganischer, nichtmetallischer Stoffe mit Grobunterteilung in Irdenware, Steingut, Steinzeug, Porzellan und Sondermassen für die Feuerfest-Industrie. Das Wort „Keramik“ stammt aus dem Altgriechischen: Keramos (κέραμος) und war die Bezeichnung für Tonminerale und die aus ihm durch Brennen hergestellten formbeständigen Erzeugnisse.

Kinetic

Bei Kinetic-Uhren handelt es sich um Quartzuhren, die den nötigen Strom nicht aus einer Batterie beziehen, sondern aus den Arm-Bewegungen des Trägers. Die gewonnene kinetische Energie wird dann auf ein Schwungrad übertragen. Ein extrem kleiner und leichter Generator erzeugt daraus dann die Spannung für das Quartzwerk. Überschüssige Energie wird in einem Kondensator gespeichert, wodurch eine Gangreserve von bis zu 3 Monaten erreicht werden kann.

Koaxiale Hemmung

Diese Art der Hemmung für mechanische Uhren wurde vom englischen Meister-Uhrmacher George Daniels erfunden. Durch eine vollständige Rekonstruktion der impulsgebenden Elemente wird die unabdingbare Reibung beträchtlich reduziert. Der daraus resultierende Verzicht auf Öl eliminiert die Einflüsse der Viskosität des Schmiermittels auf die Amplitude des Schwingsystems. Auf diese Weise können die Wartungsintervalle merklich gestreckt werden. Im Gegensatz zur bislang üblichen Hemmung durch Anker und Ankerrad, besteht die koaxiale Hemmung aus insgesamt drei Komponenten: Zwischenrad, Koaxialrad und Anker mit drei Steinpaletten. Die (wie bei der konventionellen Ankerhemmung) auf der Unruhwelle befestigte Hebelscheibe besitzt neben dem gewohnten Hebelstein noch eine Impulspalette.

Komplikation

Die Komplikation ist ein Zusatzmechanismus bei mechanischen Uhren. Zu den wichtigsten Komplikationen zählen automatische Aufzugssysteme, Äquationsanzeigen, Chronographen, auch mit Schleppzeiger, ewige Kalender, Repetitionsschlagwerke, Selbstschlagwerke (Grande/Pettie Sonnerie), Tourbillons und Wecker.

Krone

Die Krone stellt den Knopf zum Aufziehen einer mechanischen Uhr dar. Das Datum, sowie die Uhrzeit werden ebenfalls mittels Krone eingestellt. Es gibt verschiedene Arten und Formen von Kronen. Geriffelte Kronen sind in ihrer Handhabung leichter als beispielsweise glatte Kronen. Zudem gibt es auch verschraubte Kronen. Durch das wird eine bessere Wasserdichtigkeit erreicht. Da eine Krone bei harten Stößen abbrechen kann, ist sie häufig mit einem Flankenschutz versehen.

Kunststoffglas

Kunststoffgläser sind in aller Regel aus Polymethylmetaccrylat, auch bekannt als „Plexiglas“. Dieser Kunststoff ist jedoch in unterschiedlichen Qualitäten erhältlich, da sich die Herstellungsverfahren unterscheiden.

Lünette

Eine Lünette gehört dem wesentlichen Bestandteil eines Uhrengehäuses an. Der Begriff kommt aus dem Französischen “Lunette” und bedeutet “kleiner Mond”. Eine Lünette ist entweder starr mit der Uhr verbunden oder ist drehbar. Drehbare Lünetten haben oft eine spezielle Funktion (z.B. bei Taucheruhren zur Einstellung der Tauchzeit oder z.B. für eine einstellbare zweite Zeitzone). Starre Lünetten dahingegen dienen meist einer Tachymeteranzeige.

Manufaktur

Nach den Gesetzen der Uhrmacherei darf sich ein Uhrenhersteller nur dann Manufaktur nennen, wenn er mindestens eine Ébauche oder ein Rohwerk selbst fertigt. Zum kleinen Zirkel der Mechanik-Manufakturen zählen derzeit u. a. Audemars Piguet, Chopard, Roger Dubuis, Girard-Perregaux, Glashütte Original, IWC, Jaeger-LeCoultre, A. Lange & Söhne, Patek Philippe, Piaget, Rolex und Zenith.

Mikron

Mikron ist ein Maß für die Dicke der aufgetragenen Veredlung. Die Veredelung kann mit verschiedenem Material erfolgen oder auch mit verschiedenen Legierungen (Gold). [1 Mikron = 1/1000 Millimeter].

Milanaiseband

Das Milanaiseband ist ein Geflechtband aus sehr feinem Metalldraht. Vorwiegend kommt Gold als Material für Milanaisebänder zum Einsatz. Es gewährleistet einen hohen Tragekomfort, da es sich gut um das Handgelenk legt.

Mineralglas

Mit der Bezeichnung „Mineralglas“ wird in bestimmten Bereichen das Normalglas vom weicheren und leichteren Kunststoffglas bzw. vom härteren Saphirglas unterschieden. Dies ist bei Uhren der Fall, um das verwendete Uhrenglas gegen die sehr viel weicheren Kunststoffgläser und die sehr viel härteren Saphirglas abzugrenzen. In der Regel handelt es sich um normales Flachglas, wie es auch z. B. für Fensterscheiben verwendet wird. Es hat unbehandelt eine Härte von etwa 400 Vickers und ist somit etwa 20mal härter als Kunststoff. Gehärtetes Mineralglas wird durch spezielle Verfahren bei der Herstellung (z. B. durch spezielles Erhitzen und Bedampfen) an seiner Oberfläche widerstandsfähiger gemacht. Es hat hierdurch eine Härte von etwa 900 Vickers. Saphirglas hat hingegen eine Härte von etwa 2000 Vickers, ist jedoch auch weitaus teurer.

Mondphasenanzeige

Eine Mondphasenanzeige zeigt in welche Phase sich der Mond aktuell befindet: Neumond, zunehmender Halbmond, Vollmond oder abnehmender Halbmond. Diese Anzeige ist nicht nur für Astronomie-Begeisterte eine interessant, sondern überzeugt zusätzlich durch ein schönes Design.

Perpetual Calendar

Unter dem Begriff perpetual Calendar wird ein ewiger Kalender, der die unterschiedlichen Monatslängen bis zum Jahr 2100 automatisch berücksichtigt, verstanden.

Platin

Platin zählt zu den kostbarsten Edelmetallen der Herstellung von Uhrengehäusen. Der hohe Preis resultiert aus dem höchst aufwändigen Gewinnungsprozess und der großen Seltenheit. (Zur Orientierung: für 1g Platin müssen mehr als 300kg Erz abgebaut werden, für 1g Gold reichen hingegen schon 100 kg). Außerdem ist die Verarbeitung äußerst aufwendig. Platin besitzt einen Schmelzpunkt von 1773°C. Es ist fester, zäher und schwerer als andere Schmuckmetalle, weshalb spezielle Werkzeuge und Fertigungstechniken zur Anwendung kommen müssen. Die Meisten Platingehäuse weisen einen Feingehalt von 950/1.000 auf, d. h. sie bestehen zu 95 Prozent aus diesem Edelmetall.

Punzen

Punzen sind Stempelmarkierungen in den Uhrengehäusen. Sie geben beispielsweise Auskunft über die Art und den Feingehalt des verwendeten Edelmetalls, über das Herkunftsland, über das Herstellungsjahr, sowie über den Gehäusemacher. Auch die abgebildeten Referenz- und Seriennummern gehören zur Gruppe der Punzen dazu.

PVD

PVD steht für physikalische Vakuum Beschichtung.

Quarzuhren

Quarzuhren sind elektronische Armbanduhren, bei denen ein Schwingquarz als Regulierorgan dient. Diese Uhren zählen zu den ganggenauesten Uhrensystemen. Die Abweichung einer Quarzuhr pro Monat beträgt z.B. bei CASIO-Uhren bis max. +/- 25 Sec. Pro Monat. Dies bedeutet eine Ganggenauigkeit von ca. 99.9%.

Quarz

Häufig vorkommendes Mineral, das in typischen Kristallisationsformen auftritt. Die wegen des Piezoelektrischen Effekts heute in Quarzuhren verwendeten Quarze werden künstlich hergestellt.

Referenz

Herstellerspezifische Kombination von Buchstaben und Ziffern zur Klassifizierung der unterschiedlichen Uhrenmodelle. Die Referenznummer beinhaltet oft auch Informationen über Typ, Gehäusematerial, Werk, Zifferblatt, Zeiger, Armband und Ausstattung mit Edelsteinen.

Regulierung

Die Regulierung eines Uhrwerks besteht darin, ihren täglichen Gang in verschiedenen Lagen und Temperaturen zu beobachten und (wenn nötig) zu optimieren. Der Aufwand hängt von der Qualität und dem gewünschten Genauigkeitsgrad einer Uhr ab. Eine Präzisionsregulierung umfasst nach amtlichen Vorgaben mindestens fünf Lagen des Uhrwerks und zwei verschiedene Temperaturen.

Rotor

Der Rotor stellt die sogenannte Schwungmasse bei Automatikuhren dar. Dieser ist meist in Form eines Halbkreises gefertigt und in der Werkmitte gelagert. Der Zahnkranz, der in das Aufzuggetriebe eingreift, ist fest mit dem Rotor verbunden. Der Rotorschwerpunkt sitzt möglichst weit außen, um eine große Hebelwirkung zu erzeugen, wenn die Uhr bewegt wird.

Saphirglas

Saphirglas (Al2O3) wird aus geschmolzenem, pulverisiertem, natürlichem Bergkristall hergestellt. Saphirglas stellt heutzutage das härteste und hochwertigste Glas der Uhrenindustrie dar – nur Diamanten sind härter. Es bietet eine wichtige Aussage bezüglich der Uhrenqualität.

Satinierung

Feiner, seidiger oder matter Schliff auf Metalloberflächen.

Schaltjahr

Nach dem julianischen Kalender besitzt jedes vierte Jahr infolge des „eingeschalteten“ 29. Februars insgesamt 366 Tage.

Schaltrad-Chronograph

Ohne spezielle Steuermechanismen wären das Starten, Stoppen und Nullstellen eines Chronographen unabhängig vom Uhrwerk nicht möglich. Bei klassischen Chronographen-Kalibern erfolgt die Steuerung über ein drehbar gelagertes Schaltrad. Dieses vergleichsweise aufwändige Bauteil besitzt bis zu neun Säulen. Bei jedem Schaltvorgang bewegt es sich um einen exakt definierten Winkel im Uhrzeigersinn. Kommt das Ende einer Schaltwippe auf einer Säule zum Liegen, wird es durch diese angehoben. Fällt es hingegen zwischen zwei Säulen, sorgt leichter Federdruck für eine Absenkung. Es wird auch vom „Säulenrad“ bzw. „Kolonnenrad“ gesprochen.

Silber

Silber ist ein weiches, gut verformbares Schwermetall. Es weist außerdem die höchste elektrische und thermische Leitfähigkeit aller Elemente bzw. Metalle (Ausnahmen: Supraflüssigkeiten und Diamanten) auf.

Solaruhr

Solarzellen, die im Uhrengehäuse verarbeitet sind, erzeugen durch Lichteinwirkung Energie. Diese umweltfreundliche Energie wird auf Kondensatorbasis gespeichert, um dann gleichmäßig an den Motor und dem Quarz abzulaufen. Die für den Betrieb benötigte Energie kann bis zu einer Reserve von etwa 100 Stunden Ganggenauigkeit gespeichert werden.

Springende Sekunde

Die springende Sekunde beschreibt ein mechanisches Kaliber. Bei einer Unruhfrequenz von 18.000 Halbschwingungen pro Stunde zählt ein Mechanismus jeweils fünf Halbschwingungen. Dann erst gibt er den Sekundenzeiger „frei“, der nun, wie bei Quarzuhren, eine ganze Sekunde weiter springt.

Stimmgabeluhr

Eine elektronisch angeregte Stimmgabel dient als Regulierorgan. Eine winzige Stimmgabel, die mit zwei Magneten versehen ist, wird durch eine Transistorschaltung in eine Schwingung von 360 Hz gebracht. Das untere Ende der Stimmgabel trägt zwei kleine Schaltungen, die in ein Zahnrad von ca. 2,5 mm Durchmesser eingreifen. Dadurch wird das Räderwerk bewegt. Die hohe Frequenz der Stimmgabel sorgt für einen sehr genauen Gang der Uhr. Diese spezielle Uhrenart war vor der Quarzuhr sehr bekannt.

Stoßsicherung

Stoßsicherungen beschreiben Schutzsysteme der freien und empfindlichen Zapfen der Unruhwelle, die einen Bruch verhindern sollen. Hierfür werden gefederte Lager eingesetzt, die starke Erschütterungen absorbieren sollen.

Swiss Made

Um eine Uhr mit dem Qualitätsmerkmal „Swiss Made“ ausstatten zu können, müssen bestimmte Kriterien erfüllt werden. So muss das Uhrwerk beispielsweise in der Schweiz zusammengesetzt, in Gang gesetzt, reguliert und auch vom Hersteller kontrolliert werden. Außerdem müssen mindestens 50% der vorhandenen Bestandteile aus schweizerischen Fabrikationen entstammen und nach dortigen Standards kontrolliert worden sein.

Swiss Movt (Swiss Movement)

Kleiner Schriftzug auf dem Zifferblatt von nichtschweizerischen Armbanduhren, in denen aber ein eidgenössisches Uhrwerk eingebaut ist.

Tachymeter

Mit Hilfe eines Tachymeters kann der Zeitwert geschätzt werden, in welcher Geschwindigkeit sich ein Objekt bewegt oder ein bestimmter Vorgang stattfindet. Dies passiert, indem die Umrechnung einer bestimmten Quantität pro gemessene Sekunde in deren Wert pro Stunde mit Hilfe der Tachymeterskala erleichtert wird.

Tachymeterskala

Zifferblattskala bei Chronographen zur Ermittlung von Durchschnittsgeschwindigkeiten. Meistens geeicht auf eine Strecke von einem Kilometer oder einer Meile. Am Anfangspunkt der Messstrecke, z. B. an einer Kilometermarkierung, wird der Chronograph gestartet und an ihrem Ende wieder angehalten. Der Chronographenzeiger deutet nun auf die Durchschnittsgeschwindigkeit (km/h oder mph), mit der die Distanz durchfahren/durchlaufen wurde.

Taucheruhren

Diese Uhren sind zum Schwimmen und Tauchen gut geeignet, da sie gegen das Eindringen von Wasser besonders geschützt sind. Sie versprechen auch bei hoher Tiefe Dichtigkeit (im Durchschnitt 200 Meter). Taucheruhren haben ein sehr robustes Stahlgehäuse, oft ein verstärktes Glas und eine verschraubte Krone. Kräftige, breite und fluoreszierende Zeiger ermöglichen eine gute Ablesbarkeit unter Wasser. Für die Vorgabe von Tauchzeiten besitzen die Uhren häufig einen Einstellring. In Deutschland müssen Taucheruhren bestimmte Kriterien (DIN-Norm 8306) erfüllen bevor sie unter der Bezeichnung vermarktet werden können.

Telemeterskala

Chronographenskala zum unmittelbaren Ablesen von Entfernungen. Als Berechnungsbasis dient die unterschiedliche Ausbreitungsgeschwindigkeit von Licht und Schall. Zum Beispiel lässt sich die Distanz eines Gewitters bestimmen, wenn der Chronograph beim Aufleuchten des Blitzes gestartet und beim Ertönen des Donners wieder gestoppt wird. Nun kann der Chronographenzeiger – abhängig von der Skaleneichung – die momentane Entfernung in Kilometern oder Meilen entnehmen.

Titan

Titan (Ti) ist ein chemisches Element und wird zu den „Übergangsmetallen“ gezählt. Titan zeichnet sich durch besondere Festigkeit, Korrosions- und Temperaturbeständigkeit bei geringem Gewicht aus und ist daher für die Verarbeitung in Uhrengehäusen und -bändern besonders geeignet. Titanuhren weisen durch ihr geringes Gewicht einen sehr guten Tragekomfort auf.

Tonneau

Kommt aus dem Französischen und bezeichnet ein fassförmiges Gehäuse mit geraden Schmalseiten und gewölbten Längsseiten.

Tourbillon

Der Begriff Tourbillon stammt aus dem Französischen und bedeutet übersetzt “Wirbelwind”. Die patentierte Konstruktion dient der Kompensation der Schwerpunktfehler im Schwingsystem von mechanischen Uhren. Tourbillon-Uhren gelten als Meisterwerk der Uhrmacherkunst, da deren Anfertigung besonders schwierig und aufwendig ist. Aus diesem Grund sind Tourbillons teuer und sehr begehrt.

Tungsten = Wolfram

Wolfram bezeichnet ein weißglänzendes Metall. Es kommt der Natur als Wolframit, Scheelit und Scheelbleierz vor. Eine Eisenlegierung des Wolframs ist das Ferro-Wolfram, das direkt aus Wolfram und Eisenerz-Gemischen gewonnen und bei der Herstellung härte- und säurebeständiger Legierungen dem Eisen als solches zugesetzt wird.

Unruh

Die Unruh ist der Gangregler der heutigen, mechanischen Armband- und Taschenuhren. Sie besteht aus einem Schwungring auf einer Stahlwelle sowie einer Hebelscheibe und einer Spirale. Die Unruh wird durch den Anker über die Hebelscheibe aus ihrer Ruhelage bewegt und durch die Spirale zurückgeführt. Die Spirale ist so auf die Unruh abgestimmt, dass eine gewünschte Schwingungszahl erreicht werden kann. Durch Veränderung der wirksamen Spirallänge wird die Uhr reguliert.

Unruhspirale

Die Unruhspirale kann als „Seele einer mechanischen Uhr“ angesehen werden. Mit ihrem inneren Ende ist sie an der Unruhwelle, mit dem äußeren am Unruhkloben befestigt. Durch ihre Elastizität sorgt sie dafür, dass die Unruh gleichmäßig hin und her schwingt. Ihre aktive Länge bestimmt neben dem Trägheitsmoment des Unruhreifens dessen Schwingungsdauer. Die Präzision mechanischer Uhren hängt auch von der Qualität des verwendeten Materials sowie der Form der Unruhspirale ab. Die Unruhspirale ist drei bis viermal dünner als ein menschliches Haar und wiegt etwa 2/1.000 Gramm.

Verschraubte Krone

Bei sehr robusten Uhren mit einer hohen Wasserdichtigkeit wird meist eine verschraubte Krone eingesetzt, um eine hohe Dichtigkeit zu erhalten und die Uhren zusätzlich stoßfest zu machen.

Vollkalendarium

Ein Vollkalendarium beinhaltet eine Tages-, Datums-, und Monatsanzeige.

Wasserdichtigkeit

Unter Wasserdichtigkeit versteht wird jene Eigenschaften von Materialien, von Bauteilen, komplexeren Geräten oder der Kleidung verstanden, die das Eindringen von Wasser ausreichend verhindert. Eine wasserdichte Armbanduhr ist nie komplett dicht, z.B. wenn sie lange im Wasser liegt oder hohem Wasserdruck ausgesetzt ist. Bei teureren Fabrikaten bzw. bei Taucheruhren wird deshalb angegeben, für welchen Druck und welche Dauer sie ausgelegt sind. Hierbei sollte beachtet werden, dass durch Bewegungen (z.B. Schwimmen) der Druck auf die Uhr ansteigt.

Hier eine orientierende Übersicht:

1 ATM / 1 BAR / 10 Meter (bedingt spritzwassergeschützt) 3 ATM / 3 BAR / 30 Meter (spritzwassergeschützt) 5 ATM / 5 BAR / 50 Meter (baden, duschen, händewaschen) 10 ATM / 10 BAR / 100 Meter (schwimmen, schnorcheln) 20 ATM / 20 BAR / 200 Meter (Taucheruhr, freitauchen mit Pressluftflasche) 30 ATM / 30 BAR / 300 Meter (Taucheruhr, freitauchen mit Pressluftflasche) 50 ATM / 50 BAR / 500 Meter (Taucheruhr, freitauchen mit Pressluftflasche) 60 ATM / 60 BAR / 600 Meter (Taucheruhr, freitauchen mit Pressluftflasche) 100 ATM / 100 BAR / 1000 Meter (Taucheruhr, Tiefsee, Taucherglocke)

Einschränkungen bei Uhren:

Bei Schwimmbewegungen oder unter einem Wasserstrahl (z.B. beim Duschen oder Händewaschen) können Druckspitzen entstehen. Die Uhr wird an den betroffenen Stellen hierbei deutlich stärker belastet, als es die Eintauchtiefe vermuten lässt. Wasserdichtigkeit ist keine bleibende Eigenschaft, da die eingebauten Dichtelemente in ihrer Funktion und im täglichen Gebrauch nachlassen oder auch durch Stoß und Fall beschädigt werden können. Daher empfiehlt sich eine Wartung mit Prüfung der Dichtungen und Dichtigkeit alle ein bis zwei Jahre.

Yachttimer

Unter einem Yachttimer wird eine Sportuhr verstanden, die über unterschiedlichste Features verfügt, die für den Segelliebhaber unentbehrlich sind. Dazu gehört unter anderem ein integrierter Yacht Countdown, der auf einem Zeitraum bis zu 10 Minuten einzustellen ist. Ein Signallaut gibt Auskunft über die verbleibende Zeit bis zum Rennstart. Natürlich verfügt ein Yachttimer über eine Wasserdichtigkeit von 10 bar, um eine reibungslose Funktion auch bei Regen zu garantieren.

Zeitzonen

Es gibt insgesamt 24 Zeitzonen, die je 15 Längengrade umfassen und beim Nullmeridian beginnen. Beim Übergang von einer zur folgenden Zeitzone verschiebt sich die Zeit um eine Stunde. Je nach Himmelsrichtung verschiebt sich die Zeit entweder eine Stunde nach hinten (Westen) oder nach vorne (Osten).

 

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